Artist Statement

Heike Pohls Glaskunst ist bisher vor allem vom Ausprobieren verschiedener Techniken im Umgang mit dem Material gekennzeichnet. Die Grenzen des Werkstoffs werden ausgelotet. Es zeichnet sich außerdem ein Interesse für natürliche Strukturen ab, welches man auch in ihren Gemälden wiederfindet. Die Malerei ist eindeutig der Schwerpunkt ihrer künstlerischen Arbeit. Ihre Bilder leben an der Schnittstelle von abstrakter und figurativer Kunst. Manche Arbeiten sind vollkommen abstrakt, einem rein intuitiven Prozess unterworfen, während andere eine figurative Mitte und vorab bestimmtes Konzept besitzen. Letztere lassen nur noch in der Ausarbeitung oder im Hintergrund intuitives Arbeiten zu. Dennoch ist dies ein Prozess, welcher der Künstlerin sehr wichtig ist, um ihre Emotionen authentisch zu verarbeiten und sie dem Betrachter zugänglich zu machen. Das Interesse an verschiedensten Werkstoffen erklärt ihr Studium in der Glaskunst und ihrem Faible auch in der Malerei Materialien geradezu einzubauen. 

Die Gemälde können bisher in zwei Gruppen unterteilt werden. In ihren figurativen Arbeiten beschäftigt sich die Künstlerin überwiegend mit philosophischem Gedankengut. Die Werke handeln von Stationen ihres Lebens und vom Leben als solches. Pohl sucht die Essenz menschlicher Erfahrung im Alltäglichen und bannt sie auf die Leinwand. Oft kommt dabei eine ausgefeilte Symbolsprache zum Einsatz, so dass unscheinbare Details zur Deutung aufrufen. In den abstrakten Arbeiten geht Heike Pohl einen Schritt weiter, über die Position des Denkers und Deuters hinaus und taucht voll und ganz in den jetzigen Moment ein. Während dieser intuitiven Kreativität verliert sich die Künstlerin im eigenen Unterbewusstsein und fördert zu Tage, was dort gerade schlummert. Das können Landschaftsimpressionen von der letzten Reise sein oder auch diffuse Ideen und Gefühle, die im Schaffungsprozess verarbeitet und in Form und Farbe greifbar gemacht werden. 

Pohl beschreibt ihre Arbeit als einen heilsamen Prozess der Reflexion. Sie lässt sich gerne von fernöstlichen Weisheitslehren inspirieren, aber auch u.a. vom konstruktivistischen Gedankengut und der Tiefenpsychologie C.G. Jungs. Sie erklärt das persönliche Ziel ihrer Arbeit als den Wunsch ererbten kollektiven Erlebniswelten sowie individuellen Gefühlswelten und Illusionen auf die Spur zu kommen, um sie zu ergründen. Dafür legt sich sich nicht stilistisch fest. Man kann zwar den Einfluss von Perioden wie die des Symbolismus und des Expressionismus erahnen, es finden sich aber auch zeitgenössische Ansätze und Techniken wie Actionpainting und Collage-Arbeit in ihren Werken. Jedes Mittel ist recht, denn es geht der Künstlerin vor allem um den persönlichen Prozess. Der Betrachter soll sich dazu ermutigt fühlen innezuhalten. Er oder sie kann dadurch in die Tiefen der eigenen Gefühle und des Menschseins blicken, um sich selbst besser kennenzulernen. Damit dies möglich ist, muss die Deutung der Werke offen bleiben. Daher geben die Titel nur Anhaltspunkte zu dem, was die Künstlerin bewegt. Pohl distanziert sich auch, bis dato, von politischen Darstellungen und Aussagen in ihren Werken, obwohl sie politisch und sozial engagiert ist. 

Pohl’s glass art is momentarily characterized by the use of different techniques. The artist seems to be exploring to understand the boundaries of this material. An interest for different structures can be observed in her glass art, as well as in her paintings. Actually, her paintings are the main focus of her artistic work, at this time. They can be described as situated in-between figurative and abstract art. Some works are completely abstract, created in an all-intuitive process, while others possess a figurative center and a preordained meaning. The latter are only partly worked out intuitively. Yet, this free-in-the-moment process is very valuable to the artist for captivating her feelings authentically, thereby making them accessible to the observer. Pohls kinesthetic curiosity explains her studies in glass art, as well as her fondness of combining materials in her paintings.

 

The paintings can be divided into two categories. The figurative artworks mainly aim at illustrating philosophical ideas. They deal with important stations and moments in Pohls life. The artist tries catch the essence of the human psyche, through her own experience. Often a symbolic language is used, so that seemingly insignificant details invite us to interpret her work. 

In the abstract paintings Heike Pohl goes beyond all concepts of the mind and dives into the present moment. While making this intuitive creation, she becomes one with her subconscious mind, bringing up onto the canvas whatever is lying dormant within. There could be impressions of a former journey, or just diffuse ideas and feelings, which are hereby processed and become tangible to the conscious mind, while translated into color and form. 

 

An impact of periods like symbolism and expressionism can be observed. But also postmodern techniques such as collage and action painting influence her creation. Clearly, she does not stick to any fashion of style. Pohl describes her own work as a beneficial act of self-reflection. She is much inspired by psychologists like C.G.Jung, as well as by far-eastern wisdom, or even constructivist ideas. She claims to be aiming to fathom the fears and illusions of the collective, as well as the individual mind, through her art. Following the idea of co-creation of reality, she feels we should work to discover the patterns of our psyche. Her goal is for the audience to dive into their own depths, as she does. One is tempted to silence the mind and become present while observing her art. Pohl invites us to find our own sense and to sense our own emotions. So far, the artist has distanced herself from political representations and statements in her art, although she is socially and politically active.